Ich liebe einkaufen… Ohne die Gefahr der Ansteckung wäre einkaufen für mich jetzt (fast) der Himmel auf Erden. Warum? Weil so viele Regale und Tiefkühltruhen mit all den stark verarbeiteten nährstoffarmen, und/oder verzuckerten Nahrungsmitteln wie Weizenweißmehl und dessen Produkte, Konserven, abgepackten Wurstwaren, Tiefkühlpizzen und -Pommes, leer sind. Oder nahezu leer. Das gäbe jetzt Raum für gute und gesunde Lebensmittel. Diese Vorstellung finde ich großartig und während ich meinen frisch desinfizierten Einkaufswagen weiterschiebe frage ich mich, warum so viele Menschen eine solche Vorratshaltung anlegen. Schließlich sind wir nicht im Krieg. In dem Fall könnte ich dieses Kaufverhalten noch irgendwie verstehen. Aber es ist ein Virus, der sich in der ganzen Welt ausbreitet. Der Virus Covid-19 kann uns sehr zusetzen, wenn unser Immunsystem geschwächt ist, wie zum Beispiel durch hohes Alter, Krankheit oder auch Stress. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass wir uns infizieren, denn all die Maßnahmen des „social distancing“ sollen in erster Linie unser Gesundheitssystem vor Überlastung bewahren, um jedem schwer Erkrankten die bestmögliche medizinische Versorgung zukommen lassen zu können. Bis dann vielleicht in einem Jahr ein Impfstoff gefunden und zugelassen ist. Und dann? Mit großer Wahrscheinlichkeit kommt dann ein anderer Virus, oder eine Mutation von Covid19. Was können wir tun? Aber was können wir selbst tun, um die Möglichkeit eines schweren Krankheitsverlaufs zu minimieren? Wir können uns gesund ernähren und somit unser Immunsystem stärken. Das gelingt mit schadstofffreien, natürlichen Lebensmitteln, abwechslungsreich, saisonal und regional, denn diese liefern uns all die Nährstoffe, die wir brauchen, um möglichst gesund zu bleiben. Schon seit vielen Jahrzehnten wollen wir glauben, dass ein in irgendwelchen Lebensmittel-Laboren gemischter Shake nachhaltig unsere Pfunde purzeln lässt, dass „Vitamin X“ vor Erkältungen schützt oder „Mineralstoff Y“ unsere Muskeln vor Krämpfen schützt. Fakt ist, dass das Zusammenspiel von Vitaminen, Mineralstoffen, den Hauptnährstoffen (Kohlenhydrate, Fett und Protein), natürlichen Aromen und sekundären Pflanzenstoffen unseren Körper optimal und ausreichend versorgen können, wenn wir es ihm denn ermöglichen. Das gelingt mit einer ausgewogenen Ernährung mit natürlichen und keinen oder wenig verarbeiteten Lebensmitteln.

Eine große Vorratshaltung brauchen wir im Falle Covid-19 jedoch nicht. Wer sich Vorräte anlegen möchte, für den Fall, dass er nicht mehr aus dem Haus darf oder kann und bezüglich Einkauf keine Hilfe hat, für den habe ich einige Tipps, wie er sich gesunde Vorräte anlegen kann.

Tipps zum Vorrat:

1. Kaufen Sie Lebensmittel auf den Märkten, bei den Marktschwärmern, in den Markthallen, in Bioläden oder in den Geschäften ihres Vertrauens.

2.Achten Sie auf regionale Produkte möglichst in Bio-Qualität, denn so unterstützen Sie außerdem die Erzeuger, die dann auch in vielen Jahren noch ihre Lebensmittel hier herstellen können.

3.Verbrauchen Sie alle TK-Fertigprodukte aus Ihrer Gefriertruhe. Dann habe sie Platz für Gemüse, Käse, Fisch und Fleisch, denn das kann wunderbar tiefgefroren werden und ist viele Wochen haltbar. Außerdem schont Tiefkühlen die Nährstoffe in den Lebensmitteln. Kochen Sie etwas mehr und frieren sie immer eine oder zwei Portionen ein. Das geht prima mit Chili, Bolognese-Soße, Gemüse wie Spargel, Möhren, Lauch und viel mehr.

4.Kochen Sie ein, fermentieren Sie Kraut, stellen Sie Chutneys her oder besondere Marmeladen und verzichten Sie auf Konserven. Diese sind meist mit viel Zucker, Salz oder Zitronensäure versehen.

Legen Sie sich so einen abwechslungsreichen und gesunden Vorrat an ohne Konservierungsstoffe oder künstliche Zutaten; ohne Unmengen an Zucker und Salz. Dafür mit frischen Kräutern und Gewürzen, die Sie abwechslungsreich einsetzen können, sodass Ihre Vorräte nicht immer gleich schmecken müssen.

Derweil ich über all das nachgedacht habe, bin ich an der Kasse angelangt. Die Kassiererin ist freundlich und wir halten einen Smalltalk durch die Plexiglasscheibe über das schöne Wetter und natürlich bezahle ich bargeldlos, weil das so jetzt besser ist. Bleiben sie gesund!

Herzlichst, Ihre Ernährungsberaterin

Gundula Diehl

Noch ein Wörtchen mehr…

Natürliche Lebensmittel, wie z.B. Gemüse; ungespritzt und auf gutem Boden gewachsen, frisch geerntet und möglichst zeitnah zubereitet sollte die Grundlage unserer Ernährung sein. Diese Lebensmittel sind für uns von der Natur gemacht und bieten uns die bestmögliche Grundlage für eine dauerhaft gute Gesundheit.
Schauen sie doch einmal bei www.marktschwaermer.de vorbei und informieren sie sich über das regionale Lebensmittelangebot.
Eine große Vorratshaltung in dieser Zeit ist sicherlich nicht notwendig, aber ein kleiner Vorrat für den Fall, dass Sonntag ist oder wir mal keine Lust haben zu kochen ist immer angenehm.
Mein Lieblingsvorrat ist Sojabolognese. Schnell aufgetaut mit Vollkorn- oder Linsennudeln… lecker! Auch schneide ich mir Suppengemüse (Knollensellerie, Möhren und Lauch) grob klein und friere sie ein, dann habe ich schnell die Grundlage für eine Suppe meiner Wahl. Das Suppengemüse kann man noch kleiner gewürfelt auch leicht andünsten und mit Salz versetzen als Ersatz für gekaufte Gemüsebrühe.

Viele tolle Rezepte zum Einkochen und Haltbarmachen finden sie auch unter www.eat-smarter.de

Vorratshaltung in Zeiten der Krise